Vierzehn Sekunden
Innerhalb weniger Sekunden wird ein kniender Körper von einer Folge flüchtiger Bilder durchzogen.
Die Arbeit bezieht sich auf Les dix-huit secondes von Antonin Artaud – ein kurzes Drehbuch, in dem sich eine innere Erfahrung auf einen knappen Zeitraum verdichtet – sowie auf Johann Sebastian Bachs Matthäuspassion, gelesen als ein fragiler Weg in der Seele.
Veröffentlicht in Ausgabe 3 von Drome Magazine, einer unabhängigen italienischen Zeitschrift für zeitgenössische Kunst und Kultur, erschienen die Bilder im Kleinformat und waren unregelmäßig an den Rändern des Layouts verteilt; die Erzählung erschloss sich erst beim Durchblättern des Hefts, Seite für Seite.
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Ein Mann kniet. Bilder ziehen nur durch ihn hindurch. In wenigen Sekunden wird das Drama vorbei sein.
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Was soll ich meiner Seele sagen, die mich angstvoll befragt?
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Welchen Weg haben deine Schritte genommen?
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In meinem Herzen sind Schmerz und Qual.
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Weder mein Weinen noch meine Tränen berühren dich.
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Dann reiß mir das Herz heraus.
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Möge es der Kelch werden, in den das Blut meiner Wunden fließt.
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Trink in vollen Zügen aus meinem Herzen.
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Du wirst das Grab sein, in dem er schläft und ruht.
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O lächelnder Schlaf, komm und schließe meine Augen.
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In deinen Armen gebe ich mich hin.
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Durch deinen Tod rettest du mich vor dem Tod.
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Der Schmerz, den du für mich erlitten hast, reißt mein Herz auf und öffnet es.
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Erlaube mir, an deiner Seite zu wachen.
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Wenn die Last des Schmerzes zu schwer wird, wirst du mir helfen, sie zu tragen.
Arbeiten